6. Februar 2009

Harajuku für Omas

Es ist kein Harajuku, wo junge Leute die neueste Mode suchen. Wenn man von Harajuku mit der Yamanote-Line nach Norden fährt, haltet der Zug an den achten Haltestelle Sugamo an. Man sagt, Sugamo ist Harajuku für Omas. Du kannst schon im Bahnhof verstehen, warum man so sagt. Es ist voll alte Leute, vor allem Damen. Sie wollen den Schrein "Kogan-ji" besuchen, in dem eine buddhistische Statue, die Togenuki-Jizo heißt, steht.

Ich hatte in Sugamo einen Termin mit meinem Exkollegen. Da ich vor dem Treffen ein bisschen allein bummeln wollte, bin ich eine halbe Stunde früher gekommen.

Auf der Aufgangstraße zum Tempel gab es sehr viele Leute. Wie man auf den Fotos sieht, waren fast alle Leute über 60 Jahre alt. An diesem Tag, am 4.2. waren besonders viele Besucher da, weil es dort immer am 4., 14. und 24. jeden Monat ein Markt abgehalten wird. Die Geschäfte in der Straße waren sehr beschäftigt mit vielen Kunden. Vor allem für die Spezialität von Sugamo "Shio-Daifuku (mit süßem aber leicht salzigem Bohnenmus gefülltes Mochi)" drängten sich viele Frauen zusammen. Das habe ich früher einmal gegessen und fand ich es sehr lecker.

Ich habe auch viele Jizo-Statue-Produkte gesehen. Sie sind ganz typisch in Sugamo.

Im Tempel warteten viele Gläubige (oder One-Day-Gläubige) auf die Reihe zum Gebet. Es gab draußen eine Jizo-Statue, aber ich glaube, sie ist nicht das verehrte Togenuki-Jizo. Es muss im Tempel sein.

Danach habe ich mich mit meinem Exkollegen getroffen und wir sind vor dem Meeting gemeinsam zum Essen gegangen. Das ist Maguro-don (Schüssel Reis mit Thunfisch). Mit Miso-Suppe, Salad, Beilagen und Nachtisch hat es nur etwa 1.000 Yen (8-9 Euro) gekostet. Das finde ich super günstig. Es war aber zu viel für mich und konnte nur die Hälfte essen...

Kommentare:

Franzi hat gesagt…

Hallo Sayaka :)

Als ich die Überschrift von deinem neuen Eintrag gelesen habe musste ich erst einmal richtig schmunzeln. Die ist wirklich sehr witzig! Es ist schon interessant, dass zwei Gegenden die so nahe beieinander liegen so unterschiedlich sein können. Nicht nur, was den Altersdurchschnitt angeht sondern auch solche Dinge wie Ruhe ^.^ Der Markt dort war bestimmt interessant. Ist das dann eigentlich so eine Art Wochenmarkt mit Lebensmitteln oder so etwas wie ein Flohmarkt hier in Deutschland?
Das Essen sieht natürlich wie immer lecker aus *yummie*
Ach was ich dich schon einmal fragen wollte: Wie kochen Japaner(innen) eigentlich zu Hause? Das Kochen in Deutschland kennst du ja sicherlich noch. Meistens gibt es halt einfach 3 Hauptkomponenten, sprich Kohlenhydrate (Kartoffeln, Reis, Nudeln, etc.), Gemüse und Fleisch oder Fisch. Und dauert es länger deutsch oder japanisch zu kochen? Also wenn ich versuche zu Hause so etwas wie Udon oder Tempura zu machen dauert es meistens ewig, aber das liegt zum einen daran, dass man die Sachen hier nicht so gut bekommt und weil denke ich der Umgang mit Seetang und Tofu sonst nicht wirklich zu meinen Kochgwohnheiten gehört *haha*
Aber es schmeckt immer superlecker. Selbst meine Eltern essen mittlerweile z.B. Misosuppe sehr gerne! ^.^

Ganz liebe Grüße aus dem langsam wirklich warm werdenden Deutschland (3°C *whoopwhoop*)!

Deine Franzi

sayaka hat gesagt…

Hallo Franzi,

vielen Dank für deinen Kommentar!
Ja, der Markt ist wie ein Wochenmarkt. Es gibt Blumentöpfe, Tee, Fisch, Räucherstäbchen usw. aber man verkauft meistens fertiges Essen wie Okonomi-yaki.

Zu Hause kochen wir meistens weißes Reis, das nur mit Wasser gekocht wird, und dazu einige Gerichte (typisch sind etwas mit entweder Fisch, Eiern, Fleisch oder Tofu als Hauptgericht, Suppe und gekochtes oder eingelegtes Gemüse). Manchmal ohne Beilage, wenn man Nudeln isst. Ich glaube, Japaner nehmen mehr Kohlenhydrate und Gemüse und weniger Fleisch und Milchprodukte als Europäer. Und Japaner kochen häufiger mit Zucker und weniger Salz und Öl.
Ob Japanisches Kochen länger dauert, das ist von Speisen unterschiedlich. Ich koche Udon in 15 Minuten und für Maki-Sushi brauche ich manchmal über eine Stunde.

Es ist toll, dass deine Eltern Miso-Suppe gerne essen! Man muss mehr japanisches Lebensmittel nach Deutschland exportieren.

Viele liebe Grüße
Deine Sayaka