26. Januar 2009

echtes oder Plastikessen?

In Japan gibt es eine Art Küche, die "yoshoku" heißt. Wörtlich übersetzt "westliche Küche".
Eigentlich bedeutet das keine richtige westliche/europäische Küche. Seit dem Ende der Abschließung Japans (1858) hat sich Japan allmählich verwestlicht. Zum Beispiel Architektur, Verkehrsmittel, der Gregorianische Kalender, Kleidung, Frisur und Essen. Aber westliches Essen wurde nicht genau wie das echte westliche Essen eingeführt. Die japanischen Köche zu jener Zeit, die westliche Küche gelernt haben, haben die Rezepte geändert, damit das Essen auch Japanern gut geschmeckt hat. So ist die japanische "westliche Küche" hauptsächlich in der Meiji-Zeit (1868-1912) entstanden und hat sich allmählich verbreitet und weiter entwickelt. Jetzt essen Japaner es sehr häufig.

Gestern habe ich mit meiner Familie in einem Restaurant für westliche Küche gegessen. Das Restaurant heißt "Brahms" (sicherlich aus Johannes Brahms) und liegt im Kaufhaus Lumine in Ogikubo. Viele japanische Restaurants für westliche Küche stellen Plastikessen am Eingang und man kann sehen, wie es aussieht und wie groß eine Portion ist. Manchmal sehen es wie echtes Essen aus und gar nicht aus Plastik! Je realer es aussieht, desto größere Appetit bekommt man.

Ich habe eine der typischen "westlichen Küche" Omelette-Reis und frittiertes Kammmuschel bestellt. Auch Hackkotelett mit Onsen-Ei, Steak, Potato-Salad und sogenanntes "Hamburg Steak" waren auf unserem Tisch.
"Hamburg Steak" ist eigentlich Hacksteak. Es ist auch sehr populär in Japan. (Hamburg Steak aus Plastik steht auf dem ersten Foto links oben)

Meine Neffen haben mit dem Handy-Spielzeug gespielt, während wir auf das Essen gewartet haben. In Japan darf man nicht in Luxusrestaurants Kinder mitbringen, aber in normale Lokale ok. Die beiden waren ziemlich still, trotzdem war ich ein bisschen nervös und musste mich darum sorgen, ob wir andere Gäste und Kellner gestört haben. Aber ich war auch froh, dass wir, auch mit meinen Eltern, die weit von Tokio wohnen, gemeinsam essen gehen konnte.

24. Januar 2009

Konzert

Als ich vor mehreren Jahren zum ersten Mal in diese tolle Konzerthalle gekommen bin, habe ich mir kaum vorgestellt, dass ich später dort als Familienmitglied eines Konzertgebers besuchen werde. Meine Eltern, Schwester, Schwiegereltern und Verwandte waren da, um das Solo-konzert von meinem Mann zu hören.

Das Programm war Schuberts Winterreise. Er hat nicht nur gesungen, sondern auch den Liedertext in seinem Stil übersetzt und alleTexte in der Broschüre selber geschrieben. Die Begleiter war ein Tasteninstrumentspieler (diesmal Klavier), den mein Mann seit seinem Kindheit gut kennt und mit dem manchmal mitspielt.

Ich kann nur sagen, das konzert war wunderbar. Und viel Lob hat den Erfolg bewiesen. Ich bin neuguerig wie die Musikkritiker darüber schreiben werden. Ich beschwere mich nur, dass es zu warm für "Winterreise" war. Es war am Tag knapp 15 °C und auch am Abend konnte ich kurze Zeit ohne Jacke draußen laufen.

Nach dem Konzert sind wir mit seinen Kollegen und Freunden trinken gegangen und erst nach Mitternacht nach Hause gekommen. Aber unsere Arbeit war noch nicht zu Ende. Wir haben einige Stunde gebraucht, die Sachen fürs Konzert und Geschenke zu ordnen und die Blumen in Vasen zu stellen. Jetzt riecht es bei uns nach Blumen. Ich bedanke mich bei allen, die ins Konzert gekommen sind!

22. Januar 2009

Glücksgefühl von Japaner

Ich habe ein Interessantes Ergebnis einer Umfrage gelesen.

Frage; Wann bist du dich bewusst, Japaner zu sein? bzw. wann fühlst du dich wohl, Japaner zu sein?

1. wenn mir Miso-suppe gut schmeckt.
2. wenn ich mich in der Badewanne entspanne.
3. wenn ich gerne grünen Tee trinke.
4. wenn ich mich vom Geruch von Tatami-Matratze entspanne.
5. wenn mir Tsukemono (japanisches eingelegtes Gemüse) gut schmeckt.

Es gibt noch lustige Antworte;
10. wenn ich mich während des Telefongesprächs verbeuge.
11. wenn ich gespannt auf die Kirschblüte warte.
16. wenn ich den Fuji schaue und ihn für dankenswert halte.
20. wenn ich mich bequem fühle, kniend auf den Fersen auch auf dem Stuhl zu sitzen.

Verbeugung beim Telefongespräch machen sehr viele Japaner. Wahrscheinlich verbeuge ich mich auch unbewusst. Tatsächlich kann ich fast alle Antworte mitfühlen. Aber auf dem Stuhl so sitzen hört sich für mich unbequem an.

Ich war gestern Abend in einem japanischen Restaurant und ich habe mich an der Umfrage erinnert. In manchem japanischen Restaurant bekommt man umsonst grünen Tee oder Wasser. Es ist für manche Japaner unerfahren, in einem Restaurant für Wasser zu bezahlen. Deshalb steht in manchem Auslandreiseführer "Wasser ist meistens nicht kostenlos im Restaurant im Ausland.".

In diesem Restaurant, das hauptsächlich japanisches Schweineschnitzel (Tonkatsu) anbiete, bekommt man außer kostenlosen grünen Tee so viel Miso-Suppe, Kohlsalad und Reis wie man möchte. Als Hauptspeise habe ich frittierte Garnele und mein Mann Filetkotelett (extra groß) bestellt. Die Kellner kamen manchmal zu uns, um uns zu fragen, ob wir noch einen Nachschlag wollten. Fleißige Kellner! Ich habe eine weitere Portion Kohlsalad bekommen und war total satt.

Foto; Speisen zum Mitnehmen

21. Januar 2009

Subkultur in Nakano

Ganz nah vom Nakano-Bahnhof gibt es ein Shopping Center, das Nakano Broadway heißt. Allerdings ist es kein normales Einkaufszentrum. Charakteristisch ist, es gibt dort viele Anime-, Kostüm-, Figur- und Gamegeschäfte. Ich bin am Vormittag an den Geschäften vorbeigekommen, als ich zu einer Druckerei im gleichen Gebäude gekommen bin.(Es gibt dort auch Modegeschäfte und Lebensmittelgeschäfte.) Da fast alle Animegeschäfte ab Mittag geöffnet sind, konnte ich die Rollläden fotografieren. Eigentlich war ich noch niemals in den Geschäften, weil ich selbst kein Anime-Fan bin. Aber ich glaube, es ist ein interessanter Ort für Anime- oder Game-Fans wie Akihabara.
Im Treppenhaus von Nakano Broadway waren Neujahrsgrüßkarten von Hobbymalern ausgestellt. Solche einfache japanische Malerei ist in den letzten zehn Jahren zwischen der mittleren und ältern Generation verbreitet. Es gibt viele Lerngruppen, in den man das Malen mit Pinsel lernen kann. Da man gemeinsam lernt und malt, sehen die Karten ähnlich aus? Na gut, Nachahmung ist der erste Schritt zum Meister.

zum Schluss;
das ist "Ichigo-Daifuku" (mit Bohnenmus und Erdbeere gefülltes Mochi), das ich selber gemacht habe. Erdbeere passt sehr gut zu Bohnenmus!

16. Januar 2009

Prüfungszeit und PrüfungsKitKat

An diesem Wochenende, am 17. und 18. findet die staatliche zentrale Prüfung für den Hochschulzugang statt. Studienbewerber um staatliche und öffentliche Universitäten müssen sie schreiben, bevor sie in die zweite Prüfung, nämlich die Aufnahmeprüfung der jeweiligen Universität gehen.

Laut Statistik nehmen über 430.000 High School Students im dritten Jahr und über 100.000 High-School-Abgänger, die früher in der Aufnahmeprüfung an ihrer gewünschten Universität durchgefallen sind, dieses Jahr an der Prüfung teil.

Die Universität, an der ich studiert habe, ist Privatuni. Deshalb war keine staatliche zentrale Prüfung erforderlich. Trotzdem habe ich sie geschrieben als Probe der Aufnahmeprühfung an meiner Uni.

Ich erinnere mich immer in dieser Saison an meiner Prüfungszeit, weil viele Waren für die Prüfungsteilnehmer auf dem Markt sind. Sogar Snacks oder Schokoladen wie Kit Kat! Der Inhalt ist meistens fast gleich wie normal, aber sie werden in dieser Zeit in besonderer Verpackung verkauft. Man kauft solche Waren, um sich Glück zu wünschen.

Kit Kat, Daigaku-Imo-Geschmack"Daigaku-Imo" ist kandierte Süßkartoffel, aber "Daigaku" allein bedeutet Universität. Deswegen geeignet für Studienbewerber. Außerdem hört sich der Markenname "Kit Kat" gut an, weil er ähnlich wie "Kitto Katsu (sicherlich gewinnen)" ausgesprochen wird.
Übrigens habe ich erfahren, dass es im Moment in Japan ca. 50 Sorten Kit Kat z.B. Blaubeerekäsekuchen-Geschmack und Muskatellertrauben-Geschmack verkauft werden. Da Japaner immer etwas neues möchten, müssen Süßwaren- und Snackhersteller ständig neue Produkte und unterschiedliches Geschmack entwickeln.

Mais-Snack "U-Curl"

Eigentlich ist der originale Name des Produkts "Curl". Man hat "U" hinzugefügt, sodass er sich wie "Ukaru (bestehen)" anhört. Der Priester auf der Verpackung betet für Schüler um das Bestehen von Prüfungen.

Mais-Snack "Canael Corn"

Das Produkt aus Mais von Karamell-Geschmack heißt normalerweise "Caramel Corn". "Canael" (das richtige Wort ist "Kanaeru") bedeutet "einen Wunsch erfüllen". Die Katzen sind Glück herbeiwinkende Katze, die normalerweise aus Porzellan gemacht wird. Die haben ein Amulett für das Bestehen von Prüfungen.

Es gibt noch viel mehr. Natürlich glaubt fast keiner wirklich, dass die Süßigkeiten oder Snacks auf das Bestehen einer Prüfung einwirken. Es ist nur Promotion von Snacks- Süßwarenherstellern und Japaner freuen sich einfach über neue oder neu aussehende Produkte.

5. Januar 2009

Neujahr in Japan

Viele Japaner halten Neujahr für eine der wichtigsten Perioden des Jahres. Familientreffen, Schreinesuch und Neujahrsgrußkarten. Es gibt traditionellerweise viele übliche Verfahren und Spiele zu Neujahr, obwohl man sie heutzutage nicht alles perfekt macht.

Wenn man zu Neujahr in Japan ist, sieht man vor Geschäften und am Hauseingang "Kadomatsu (ein Paar Neujahrsschmuck aus Kiefer; Foto oben rechts)" stehen, oder "Shime-Kazari (kleinerer Neujahrsschmuck aus Strohseil; Foto links)" an den Türen gehängt.

Zu Hause wird "Kagami-Mochi (dekoriertes Mochi)" normalerweise vom Ende Dezember bis zum 11. Januar aufgestellt. Am 11. Januar teilt man es mit Holzhammer und kocht Mochi-Gericht.

Neujahrsgerichte sind z.B. Zoni (Mochi-Suppe; Foto links), Osechi (Neujahrsessen mit unterschiedlichen Speisen z.B. gekochte schwarze Bohnen, Heringsrogen, gekochtes Gemüse, mit Essig angemachtes Gamüse, Süßkartoffelmus mit japanischen Kastanien) und Nanakusa-Gayu (Reisbrei mit sieben Frühlingskräutern). Ich habe vorzeitig zu Silvester Zoni gekocht. Und bis heute schon dreimal. Aber ich hatte keine Lust, Osechi zu machen, weil es zu viel Zeit braucht. Aber meine Schwester hat es geschafft. So sieht ihr Osechi aus. Teilweise selbst gekocht, teilweise fertiges Essen gekauft. Aber schon lobenswert, oder?

Vorgestern habe ich zufällig vor einem Kaufhaus den Löwentanz gesehen, der oft zu Neujahr getanzt wird. Leider nur ein Löwe und zwei von den sieben Glücksgöttern (vermutlich) waren da und die Musik war einfach eine Aufnahme.

Es gibt noch viel mehr, dass man traditionellerweise in den Neujahrstagen macht. "Otoschidama (Neujahrsgeldgeschenk)", "Kakizome (Neujahrskalligraphie am 2. Januar)", Kartenspiel, japanischer Federballspiel, Drachensteigenlassen usw. Noch eine Sache, worüber ich schreiben möchte, ist "Hatsuyume (erster Traum im neuen Jahr)". Man sagt, es ist das beste Vorzeichen für das ganze Jahr, wenn man in den Neujahrstagen den Fuji träumt. Das zweite beste ist Falke, das dritte ist Aubergine. Ich habe niemals solche glückbringende Dinge geträumt...

2. Januar 2009

Tokio Besichtigung

Ich war wieder mit Martinas Reisegruppe. Heute war der richtige Besichtigungstag. Zuerst haben wir die historische Japan-Brücke (Nihonbashi) besichtigt. Die Brücke ist der Startpunkt der Staatsstraße Nr.1 und des Straßennetz Japans.

Auf der Brücke haben wir eine Frau gesehen, die einen schönen Kimono trug. Ich habe sie gefragt, ob wir mit ihr Fotos machen durften. Sie war so nett, dass sie ohne Zögern unsere Bitte angenommen hat.
Danach sind wir in den Kaiserpalast gelaufen. Martina sagt, dass der Kaiser und seine Familie immer am 2.1. und am Kaisergeburtstag vor dem Volk auftreten. (Sie kennt über Japan besser als ich!) Auf dem Platz vor dem Gebäude, von dem der Kaiser und die Kaiserfamilie grüßen sollten, war ganz voll Japaner, Anhänger der kaiserlichen Familie und ausländische Touristen. Wir haben eine halbe Stunde gewartet und dann sind der Kaiser, seine Frau, ihre zwei Söhne und ihre Ehefrauen gekommen. (Man konnte sie nur durch kugelsichere Fenster sehen) Da jeder schon am Eingang eine japanische Nationalflagge bekommen hat, haben viele Leute sie geschwungen. Die Anhänger schrien "Tenno, Banzai!! (Hurra, Kaiser!!)". Der Kaiser sprach, "Ich fürchte, dass viele Leute in der schwierigen Wirtschaftslage ein sorgenvolles Neujahr empfangen haben. Aber ich wünsche der japanischen Nation, dass das Jahr wenigstens besser wird."
Danach sind wir nach Akihabara gefahren. Das Viertel ist Otaku-Paradies. Es gibt viele Anime-Geschäfte, Game Shops, Elektroläden und Maid-Cafés. Wir sind in ein Anime-Geschäft gegangen und dann haben wir in einer Spielhalle Purikura-Fotos gemacht. Der Purikura-Ort war etwas besonders. Man kann sich Kostüme ausleihen. Wir haben uns in die Kostüme umgezogen und fotografiert. Das war so lustig!




Eigetlich wollten wir auch in ein berühmtes Maid-Café gehen, aber es war ganz voll. Wir hatten keine Lust, mehr als eine Stunde drauf zu warten. Und die Maids sahen (wir konnten sie am Eingang kurz schauen) nicht so hübsch aus, wie wir erwartet haben...