30. November 2008

Herbstfärbung

Der Wind wird immer kälter und der Herbst geht langsam zu Ende. Auf die Straßen fallen die Blätter ab.

Da es gestern ziemlich warm war, bin ich in einen Park gegangen, um mir Herbstbäume anzuschauen.

Der Ohtaguro-Park liegt in Ogikubo. Wenn man durchs Tor am Eingang geht, ist man schon unter den Ginkgobäumen. Ginkgobaum ist ein typischer Baum, den Japaner im Herbst gerne betrachten gehen.

Man kann sagen, wenn Japaner "Herbstbäume" hört, fallen ihnen immer sowohl der typische rote Herbstbaum Fächer-Ahorn als auch der gelbe Ginkgobaum ein. Ginkgonuss wird auch im Herbst gerne gegessen.

Die Ginkgobäume haben sich noch nicht perfekt gelb gefärbt, aber ich fand das Gässchen sehr schön.

Wenn man weiter geht, sieht man ein japanisches Haus und nach unten ein Wäldchen von Fächer-Ahorn und einen kleinen Teich. Manche Bäume waren rot, aber einige noch grün. Die Mischung der Farben war auch schön.

Der Park ist eigentlich gar nicht groß. In einer viertel Stunde kann man eine Runde machen. Es war sehr ruhig und angenehm.


Am Abend habe ich ein Konzert gehört und danach in einer Kneipe gegessen. Das neuartiges Sushi war sehr lecker. Das grüne Ding auf Lacks-Sushi ist Avocado-Paste. Da das Reis Naturreis war, hat es anders als normales Sushi geschmeckt. Ich werde auch zu Hause probieren, es zu kochen.

19. November 2008

Terror-Anschlag?

Das ist die Top-News des Tages. Vorgestern wurden ein ex-Staatssekretär des japanischen Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales (eng. MHLW) und seine Frau in Saitama getötet. Und gestern wurde die Frau von einem anderen ex-Staatssekretär vom MHLW mit dem Messer verletzt. Während sie gerettet worden ist, hat sie gesagt, dass der Täter ein junger Mann sei.

Der zweite Vorfall ist ganz in der Nähe von meinem Haus passiert. Die Opferin ist meine Nachbarin. Seit dem gestern Abend sind viele Pressen, Polizei und Neugierige in der Umgebung. Es ist sehr unruhig. Hubschrauber flogen bis spät in der Nacht und fliegen ab früh am Morgen. Es hat mehrmals an der Tür geklingelt (Geklingelt werden natürlich auch bei allen Nachbarn). Die Pressen wollten von mir Informationen über den Fall und Fotos von der verletzten Frau bekommen. Eigentlich weiß ich von der Familie fast gar nicht. In einer TV-Nachticht habe ich meinen Nachbar gesehen, dessen Frau sich häufig mit mir unterhaltet. Er sprach, er hat die Frau auf der Straße vor ihrem Haus gefunden. Ihre Kleidung war mit Blut bedeckt.

Ich war in der Zeit zu Hause, aber gar nicht gemerkt, dass es etwas schlimmes in der Nähe passiert ist. Ich hoffe, dass der Täter sehr bald festgenommen wird und kein solcher Vorfall sich nie wiederholt.

16. November 2008

ein kleines Picknick

Nicht im Park, sondern im Zentrum in Ginza. Es gibt ein guter Ort zum Picknick. Neben dem Yurakucho-Station gibt es ein Hochhaus "Tokyo Kotsu Kaikan (Vereinsgebäude des Verkehrs)" und im dritten Stock gibt es eine große Balkon mit Garten.

Immer wenn ich mich mit meiner Schwester in Ginza treffe, gehen wir shoppen. Aber am letzten Samstag war es ziemlich warm und wir haben uns entschieden, auf den Balkon zu gehen.

Zuerst haben wir im Untergeschoss vom Kaufhaus "Printemps Ginza" Sandwich und Nachtisch gekauft. Es gibt viele Geschäfte vom Essen und Süßigkeiten zum Mitnehmen. Meine Schwester sind mit ihren zwei Söhnen gekommen. Der größere Sohn war sehr neugierig auf alle Süßigkeiten, die er dort gesehen hat. Vor allem die hübschen Cup Cakes und die gebackenen Doughnuts (obwohl sie nicht frittiert sind, heißen sie Doughnuts!) haben ihn so interessiert, dass er sie unbedingt bekommen wollte. Als meine Schwester beide gekauft hat, war er super glücklich. Der Ort ist eigentlich gefährlich nicht nur für Kinder sondern auch Frauen, weil es dort sehr viele leckere und gut aussehende Süßigkeiten verkauft werden.


Auf dem Balkon haben wir freie Plätze neben einem Blumengarten bekommen. Von dort kann man Bahnlinien von Shinkansen (Hochgeschwindigkeitszug) und anderen Zügen sehen. Da der größere Neffe Eisenbahnen sehr mag, hat er sich sehr gefreut. Außerdem waren viele Kinder dort, mit den er spielen konnte. Der kleinere schlief hingegen fast den ganzen Nachmittag in seinem Kinderwagen.

Das war ein sehr angenehm Ort, den ich allen empfehlen kann (bei schönem Wetter). Natürlich gibt es in Ginza schicke Restaurants, aber es ist auch schön, das Essen mitzubringen und auf der Bank unter der Sonne zu essen. Wir sind dort fast zwei Stunden geblieben und danach zum Einkaufen gegangen wie immer.

Am Wochenende wird ein Teil der Chuo-Dori (Zentralstraße) Fußgängerzone. Unglaublich viele Leute waren auf der Straße und in allen Kaufhäusern. Ich hasse es... Wir sind statt in Kaufhäuser in kleine Läden gegangen und haben uns etwas notwendiges gekauft und dann uns verabschiedet.

Das Einkaufen war hektisch aber das Picknick war sehr angenehm. Da es immer kälter wird, müssen wir bis nächstem Frühling warten, wenn wir wieder ein Picknick machen möchten.

10. November 2008

Mitsui Outlet Park in Iruma

Nicht in Tokio aber relativ nah von Tokio, in Iruma-Stadt in Saitama-ken, gibt es einen großen Outlet Park mit ca. 200 Geschäften.

Seit der Eröffnung im April 2008 hat der Outlet Park sehr viele Besucher. Aber von meinem Haus braucht man eine Stunde mit dem Auto. Letztes Wochenende konnte ich ihn endlich besuchen.

Weil es am Wochenende war, gab es sehr viele Leute. Am Eingang habe ich eine lange Schlange vor einem schicken Hamburger-Shop gesehen. Es war schon nach 14 Uhr. Wir hatten noch kein Mittagsessen, deshalb sind wir zum Food Court im oberen Stock gegangen.

Das war wie eine Imbisshalle. Ca. 10 Self-Service-Laden von Udon, Ramen, Hayashi-Rice, Bibimbap (koreanisches Reisgericht) und anderen. Wir haben bei einem Laden "Hige-ya" gebratene Nudeln mit Ei, Käse und gekochten Rindersehnen und Ikayaki (Pfannkuchen mit Tintenfisch) bestellt. Sehr lecker, vor allem die Nudeln! Aber das hat uns gestört, dass es zu viele Leute und keine genügende Sitzplätze gab. Wir mussten zuerst unsere Sitzplätze suchen. Außerdem mussten wir beim Bestellen Schlange stehen...

Endlich zum Einkaufen. Fast alle sind Modegeschäfte aus Japan, Europa und aus den USA z.B. theory, Chloé, Benetton, Beams, Tommy Hilfiger. Wir haben außer Kleidung Papierwaren bei Muji und kleine Sachen wie diese Wäscheklammern von Vogel bei einem Interieurgeschäft gekauft. Das hätte mehr Spaß gemacht, wenn es nicht so viele Leute gewesen wären. Auch an der Parkplatzausfahrt mussten wir warten... Nächstes Mal kommen wir bestimmt am Wochentag.


Am Freitag Abend kam eine Freundin von mir, die in Tajimi wohnt, mit ihrer Familie nach Tokio. Sie waren zur Hochzeit ihrer Cousine vom Samstag Vormittag in Tokio eingeladen. Sie haben Zimmer für eine Nacht beim Hotel Ohkura reserviert und mich zum Abendessen in einem chinesischen Restaurant im Hotel eingeladen.

Das war ein Superluxusrestaurant wie ein Restaurant aus Hongkong-Movies, in dem sich Mafias heimlich treffen und besprechen. Die Einrichtung war grundsätzlich schwarz. Das macht das Restaurant schicker und geheimnisvoller.

Wir, nämlich ich, die Freundin, ihre Mutter und Großmutter haben eine gemütliche Ecke bekommen. Das Essen war toll. Zum Beispiel dieses Gericht, im Paraffinpapier frittiertes Hühnerfleisch mit Zuckererbsen. Ich habe nie ein solches Gericht gegessen. Das Fleisch war sehr weich und gar nicht fettig, weil das Papier das Öl aufgewischt hat.

Wir haben sehr langsan unterschiedliche Speise genossen und uns sehr viel unterhalten. Das war ein wunderschöner Abend.

8. November 2008

irische und deutsche Musik

Gestern Abend gab meine Familie ein Konzert in Tokio.
Das Programm war eine Mischung aus deutscher und irischer Musik. Es ist nicht nur die Musik von J.S. Bach und Heinrich Schütz gespielt worden, sondern auch ein irischer Pfeifenspieler und ein japanisches Paar, das sich auf irische Musik spezialisiert, waren in der Hälfte des Konzerts auf der Bühne.

Ich muss gestehen, ich habe zum ersten Mal wirklich irische Musik zugehört. Eigentlich hat das japanisches Paar, Herr Moriyasu und seine Frau auch auf meiner Hochzeitsfeier einige irische Stücke gespielt, aber ich war an dem Tag fast bewusstlos weil ich viel zu beschäftigt war. Diesmal haben sie ihren Kollegen Seán Ryan aus Irland mitgebracht und gemeinsam mit meiner Familie ein Konzert organisiert.

Die Pfeife und Stimme von Seán Ryan waren einzigartig. Ich habe mich so gefühlt, als ob ich mit ihm am Kamin in einer Berghütte saß.
Und die Flöte von Herrn Moriyasu mit der Begleitung der Harfe von Frau Moriyasu war auch fantastisch. Sie haben den japanischen Zuhörern die traurigen alten und gegenwärtigen Geschichten aus Irland überliefert.

Bach und Schütz von meiner Familie waren auch toll wie immer. Obwohl es Musik aus unterschiedlichen Ländern gespielt worden sind, gab es eine gute Einheitlichkeit unter dem Thema "Requiem".

2. November 2008

komisches China-Restaurant

Es gab eine Party von meinem Bekannten, der als Game-Scenario-Writer tätig ist und den ich seit langem kenne und respektiere. In einem chinesischen Restaurant versammelten sich seine Freunde und Mitarbeiter (insgesamt knapp 30 Leute) und feierten ein Jubiläum zu seinem 10‐jährigen Online-Tagebuch. Natürlich bin ich auch treuer Leser seines Tagebuchs. Die Teilnehmer der Party waren sehr nett, lustig und clever. Mit ihnen zu sprechen hat wirklich Spaß gemacht.

Und das chinesische Restaurant war etwas merkwürdig und lustig. Es gab keine Speisekarte. Ich habe gehört, der Koch kocht immer, was er seinen Kunden anbieten möchte. Seine Gerichte waren mit altchinesischem medizinischem Lebensmittel gekocht. Das Restaurant hat auch besondere alkoholische Getränke. Zum Beispiel Schnaps mit Ameisen! Man sagt, Ameisensäure ist sehr gut für die Augen, aber ich habe noch nie ein solches Ding gesehen. Oh, die Ameisen tauchten wirklich auf!!! Angst! Das war ein sooo ungewöhnlicher schnaps, dass viele von uns Fotos machen mussten.

Die gebratene Shanghai-Krabben waren echt lecker. Ich glaube, wir haben etwa 10 Speisen gegessen. Total satt. In der Tat war ich leicht erkältet, aber dank altchinesischem medizinischem Lebensmittel in den Speisen habe ich mich schon besser gefühlt, als ich nach der Party nach Hause gefahren bin. Wunderbar! Ich lobe das Wissen von China!