30. Oktober 2008

Reisfink-Festival 2008

So, jetzt kann ich über das sogenannte "Buncho-Matsuri (Reisfink-Festival)" am 26.10 schreiben.

Auf dem Fest versammelten sich Fans von Reisfink und feierten den "Tag des Reisfinks" vom 24.10, der im Jahr 2005 offiziel vom Gedenktagsverein Japan als Gedenktag eingetragen worden ist. Der Ort vom Fest war ein Saal im städtischen Gebäude, deswegen durfte kein Reisfink reinkommen. Das war eigentlich wie ein Markt von Waren wie Puppen, Postkarten, Papierwaren und Mangas vom Reisfink.

Meine Bekannte, die regelmäßig für eine Tierzeitschrift schreibt, ist eine der Veranstalter. Ich habe sie gesehen, aber konnte sie nicht sofort ansprechen, weil es viele Besucher gab. Eigentlich war es überfüllt. Ich bin um halb eins angekommen, aber ich habe nur eine Wartekarte bekommen, mit der ich erst gegen 13.40 Uhr reinkommen durfte. Ich war bis gegen halb zwei in einem Café und dann habe ich wieder das Fest besucht.

Ich habe viele hübsche Waren gefunden. Viele davon waren Handarbeit oder mit eigenem PC gedruckt. Sicherlich haben sie die Waren nicht fürs Geld sondern aus Liebe zu Reisfink gemacht. Als ich Aufkleber gekauft habe, hat mir die Verkäuferin auf der Papiertüte einen Reisfink gezeichtet. Ich habe mich auch mit einer anderen Verkäuferin über meinen Reisfink kurz unterhalten.

Danach konnte ich endlich meine Bekannte grüßen. Sie hat gesagt, es gab mehr Besucher als sie dachte. Als sie letztes Jahr das erste Reisfink-Festival veranstaltet hat, kamen viel weniger Leute. Ab nächstem Jahr können sie es in einem größeren Saal machen.

10 Tage in Tajimi (5) -lecker-

Als Abschluss des Berichts aus Tajimi stelle ich euch regionale Spezialitäten und etwas leckeres vor.

Gohei-Mochi
Gohei-Mochi ist am Holzspieß gebratene Reisklumpen, die Spezialität in der Gifu-Kiso-Region. Man formt Reis rund, sodass es wie Münze aussieht (vielleicht Münze für Götter?). Während des Backens auf Holzkohle werden die Stücke am Spieß mehrmals in Soße aus Miso, Walnuss, Zucker, Sojasoße und Sesam eingelegt. Ich mag das Gericht sehr und finde sehr schade, dass man es nicht in Tokio essen kann.


Matsutake

Meine Eltern haben ein Stück Matsutake-Pilz aus Hirugami geschenkt bekommen. Nur ein Stück? Ja, das ist der teureste Pilz in Japan und kostet 120 tausend Yen pro Kiro (Ein großes Stück wiegt etwa 100-150g). Der Duft war besonders! Und hat sehr gut geschmeckt.


Kuri-Kinton
Süßigkeit aus Kastanien, die haupzsächlich in der Region gegessen wird. Ich mag besonders Kuri-Kinton vom Geschäft Suya. Nicht zu süß und schmeckt fein. Ich finde auch das Geschäft selbst sehr schön. Auch die Packung!

Inari-Sushi

Es ist in Aburaage (frittierter dünner Tofufladen) gefülltes Sushi-Reis. Das ist keine regionale Spezialität, sondern überall in Japan gegessen.

Ich habe ein neues Rezept für reckeres Inari-Sushi bekommen und habe mit meiner Mutter probiert zu kochen. Aburaage wird mit Zucker und Sojasoße gekocht. Normalerweise macht man Sushi-Reis mit Essig, Zucker und ein bisschen Salz, aber nach dem Rezept braucht man keinen Zucker. Stattdessen muss man Aburaage sehr süß kochen.
Das war sehr lecker und hat mir und meinem Vater, die normalerweise nicht besonders gerne Inari-Sushi essen, super gut geschmeckt.


Im Garten von meiner Mutter habe ich schöne Blumen gefunden. Sie liebt und sammelt Pflanzen von Bergen und gibt sich viel Mühe für die Pflege. Im Frühling wird ihr Garten voll Blumen. Ich hoffe, ich werde es nicht verpassen.

10 Tage in Tajimi (4) -Verwandte besucht-

Immer wenn ich zu meinen Eltern fahre, besuche ich auch meine Großeltern. Aber sie wohnen ein bisschen weit von Tajimi.

Als ich meine Oma mütterlicherseits besucht habe, war meine Cousine, die relativ nah von meiner Oma wohnt und als Geigelehrerin arbeitet, auch da. Sie ist letzten Sommer nach Wien geflogen, um sich für zwei Monate in einigen Kursen für Geiger weiterzubilden und ein bisschen Deutsch zu lernen. Sie hat gesagt, ihr hat Wien sehr gut gefallen und sie hat gute Geigelehrer gehabt. Sie möchte unbedingt wieder nach Wien fliegen.

Meine Oma hat mir von ihr selbstgemachte Puppen von Rind geschenkt. Nächstes Jahr haben wir Jahr des Ochsen. Ich werde sie ab Anfang Dezember auf dem Tisch ausstellen.

Meine Großeltern väterlicherseits wohnen in Ena. Man braucht von Tajimi knapp eine Stunde mit dem Auto. Zufällig kam an diesem Tag mein Onkel aus Kyushu. Ich habe ihn in den letzten zehn Jahren fast nie gesehen! Und eine Überraschung. Er hat seine neue Frau mitgebracht. Sie ist zwei Jahre jünger als ich! (mein Onkel ist zwei Jahre jünger als mein Vater...)

Wir (ich, meine Eltern) haben mit ihnen, meinen Großeltern und meiner Tante Tee getrunken und gequatscht. Es gab viele Kakis, die meine Tante geerntet hat. Süßere Kakis wurden von uns gegessen und bittere Kakis wurden auch geschält und unter dem Dach gehängt. So macht meine Tante jedes Jahr getrocknete Kaki. Sie trocknet auch die Schalen. Getrocknete Schalen werden später mit Rettich eingelegt, sodass der Rettich leicht gefärbt und süßer werden.

Danach gingen die Verwandten außer meinen Großeltern ins chinesischen Restaurant. Ich blieb mit meinen Großeltern, weil ich mich nicht wohl gefühlt habe...

27. Oktober 2008

10 Tage in Tajimi (3) -Café, Bäckerei-

Galerien besuchen ist eine große Vergnügung in Tajimi.
Es gibt viele kleine Galerien, die Porzellan oder handgemachte Waren handeln. Galerien zu führen ist besonders in Tajimi wie ein Hobby von Reichen, die junge Künstler unterstützen. Sie bauen schöne und eigenartige Galerien und bieten Künstlern und Handwerkern den Ort für die Ausstellung (natürlich auch für den Verkauf) an.

Auch besonders in Tajimi ist, viele Galerien haben ein kleines Café oder Restaurant daneben, sodass die Besucher nicht nur schauen sondern auch etwas trinken oder essen können.

Die Galerie "Akari-ya", die ich mit einer Freundin besucht habe, ist auch eine solche. Es ist zwei restaurierte alte japanische Häuser mit einem kleinen Garten. Das größere Haus ist Galerie und das andere ist Café. Da es bald Halloween ist, war es drinnen mit Kürbis, Puppen von Hexen, Skelette und Taranteln und künstlichem Spinnennetz aus Watte dekoriert. Die Kellnerinnen trugen Kimono oder Hexenkostüm. Ich habe vietnamesischen Kaffee bestellt. Er wurde mit der japanischen Teetasse serviert. Es war eine neue Entdeckung, dass japanische Teetassen auch zum Kaffee passen.


In der Nähe vom Galerie-Café gibt es eine interessante Bäckerei "Tofu-tei". Das Gebäude sieht wie ein japanisches Süßwarengeschäft oder ein solches aber gar nicht eine Bäckerei aus, oder? Dort wird halb-japanisches Brot gebacken wie das Brötchen mit schwarzen süßen Bohnen und Matcha-Crème auf dem Foto. Ich mag sowohl solches Brötchen japanischer Art als auch deutsches Brot.


Auf der sogenannte Oribe-Street gibt es viel zu sehen. Galerien, Porzellanläden, Boutiquen und Süßwarengeschäfte. Die Oribe-Street ist nicht nur von Touristen aber auch Bewohnern sehr beliebt. In der Gegend sind fast alle Gebäude im japanischen Stil gebaut. Es herrscht Harmonie mit Minoyaki-Porzellan.

26. Oktober 2008

10 Tage in Tajimi (2) -Gestalten-

Meine Mutter hat mehrere Hobbys wie Gärtnerei und Bergsteigen. Mit dem Keramikhandwerk hat sie vor mehr als fünf Jahren angefangen, weil sie besondere Blumentöpfe machen wollte. Sie hat viele Blumentöpfe von vielen Kunstkeramikern gesehen und dann hat sie eine interessante Keramikerin gefunden. Sie heißt Mio-san und sie ist gleichaltrig wie ich.

Ich habe sie vor vier oder fünf Jahren kennnengelernt, als ich von meiner Mutter zu ihrer Ausstellung mitgebracht wurde. Ihre Werke waren hauptsächlich Blumentöpfe. Sie waren nicht traditionell aber sehr interessant. Ein Blumentopf sah wie ein Tier in der Fantasiewelt aus, das Blumen und Pflanzen auf dem Rücken trägt. Ich fand ihre Werke etwas afrikanisch und sehr interessant.

Meine Mutter wollte an ihrem Porzellankurs teilnehmen und hat mich zum ersten Einzelunterricht mitgebracht. Früher habe ich in der Schule Töpfe und Figuren in Tier- oder Menschenform aus Porzellanerde gemacht, aber ich habe niemals von einem professionellen Keramiker gelernt.

Der Kurs fand in ihrem Atelier statt. Nachdem wir die Porzellanerde geknetet und sie wie dicke Bretter geschnitten haben, hat Mio-san gesagt, "Nimmt ein Brett und reißt in Stücke wie ihr willt". Dann, "Klebt alle Stücke zusammen".
Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie es am Ende aussah. Wir haben danach auf dem zusammengeklebten Ding Muster gemacht und es auf eine runde Form gelegt.
Etwa eine viertel Stunde später war es leicht trocken und man konnte es aus der Form abnehmen. Es sah wie eine (komische) Schale aus! Es sollte noch mehrere Woche trocken lassen und danach wird gebrannt. Ich freue mich schon darauf, meine fertige Schale zu sehen!

25. Oktober 2008

10 Tage in Tajimi (1) -Stadt des Porzellans-

Ich bin wieder da! 10 Tage bei meinen Eltern waren total schön und vergingen ganz schnell. Ich habe mich nicht nur entspannt sondern auch viele interessante Erfahrungen gesammelt. Ab heute werde ich darüber Stück für Stück berichten.

Zuerst erkläre ich den Ort, in dem meine Eltern wohnen. Tajimi liegt ungefähr zwischen Tokio und OSaka und sie ist für Porzellan berühmt. Obwohl meine Eltern dort wohnen und ich selbst auch mehrere Jahre (aber viel kürzer als in Tokio) dort gelebt habe, fahre ich sehr selten nach Tajimi. Viel häufiger kommen meine Eltern nach Tokio, um mich, meine Schwester und ihre Enkelkinder zu sehen. Eigentlich kenne ich mich in der Stadt nicht so gut aus. D.h. ich kann wie eine Touristin die Stadt genießen.

Diesmal wollte ich möglichst viele Ausstellungen von Porzellan besuchen. Es gibt überall in der Region Werkstätten, Geschäfte, Galerien und Museen von Porzellan, das Mino-yaki heißt. Ich finde es sehr interessant, vor allem handgemachte Keramik. Die Farben sind eigentümlich und sehr japanisch. Ein bisschen verzerrt und uneben, und keine ist gleich wie andere. Ich habe gehört, jetzt arbeiten viele junge Töpfer in Tajimi und nicht nur Japaner sondern auch Ausländer kommen in die Stadt, um Töpferhandwerk zu lernen. Auch Deutsche. Ein Bekannter von meiner Mutter kümmert sich um ausländische Lehrlinge beim Suchen einer Praktikumsstelle beim Töpfer und einer Gastfamilie. So ist es relativ leicht, dort als Ausländer zu lernen und wohnen.

Sofort nach meiner Ankunft hat mir meine Mutter Teller und Schalen gezeigt, die sie für mich auf einem großen Porzellan-Festival gekauft hat. Einige von ihnen wurden von einem bekannten Porzellanhersteller gemacht und gemalt. Normalerweise sind sie sehr kostbar, aber auf dem Festival waren sie, meine Mutter sagt, unglaublich günstig. Ich kann verstehen, warum viele Leute in die Stadt kommen, um Porzellan zu kaufen.


Im Porzellangeschäft "Torin-Shunyo", das meine Mutter vorzieht, fand eine interessante Ausstellung statt. Sie war eine gemeinsame Ausstellung von jungen Keramikern. Jeder stellte seine Werke in drei Holzkästchen mit Deckel aus. Die Besucher kontten sie öffnen und entdecken, was es drin gab. Man hat entdeckt z.B. eine wunderschöne Tasse oder nur eine Visitenkarte vom Keramiker. Ein Keramiker hat eine Copie von seinem Führerschein (wichtige Daten sind abgeschnitten) im Kästchen versteckt. Sehr lustig!

Wir haben auch eine Ausstellung von einem berühmten Keramiker Hayashi Shotaro besucht. Meine Mutter ist sein Fan und sie hat einmal gesehen, dass er einen sehr großen Topf gemacht hat. Sie hätte sehr gerne sein Werk, aber alle seine Werke sind so teuer, dass nur Reiche sich leisten können...

Wir sind nicht nur schauen gegangen. Wir haben auch selbst etwas gebastelt! Darüber berichte ich nächstes Mal.

20. Oktober 2008

verreist

Seit letztem Mittwoch bin ich bei meinen Eltern und konnte hier gar nichts schreiben...

Wahrscheinlich werde ich spätestens am Wochenende nach Tokio zurückfahren. Dann schreibe ich richtige einträge über den Besuch mit schönen Fotos!

14. Oktober 2008

Happy Birthday

Mein Neffe ist vier Jahre alt geworden.

Gestern haben wir groß gefeiert. Sein Vater hat super leckere Paella gekocht und die Frauen, ich, meine Schwester und meine Mutter haben Salad, frittierte Garnele und Essiggemüse gemacht. Es gab natürlich auch Geburtstagskuchen.


Ich habe ihm Buntstifte von Metallicfarben und ein dickes Skizzenbuch geschenkt, weil ich weiß, dass er sehr gerne malt und schreibt. Er hat sofort damit angefangen. Er kann schon seinen Namen schreiben! Meine Schwester sagt, er lernt jetzt Alphabet zu schreiben und kann bisher A-G. Er ist sehr neugierig auf unterschiedliche Schriftzeichen. Ich finde es sehr gut.


Am vorherigen Tag hatte er ein Sportfest im Kindergarten. Wir haben gemeinsam die DVD geschaut, die mein Schwager und meine Eltern gedreht haben. Das Laufen, Tanzen mit freiwilligem Kostüm (mein Neffe war Peter Pan und mein Schwager Superman), Tauziehen von den Eltern. Am Ende trugen die Kinder Mikoshi (tragbarer Schrein). Mein Neffe trug ihn genz vorne in der Mitte. Deshalb war es leicht, ihn zu finden und drehen, sagten alle.

Auch gesagt, da fast alle Eltern Videokamera mitgebracht haben, war es schwierig, einen Platz zum Drehen zu finden. Sehr gedrängt und chaotisch. Ich kann mir gut vorstellen, dass fast alle Eltern fleißiger als ihre Kinder waren...

12. Oktober 2008

Barockgeige

Unser Musikensemble "Ubiquitous Bach" hat drei Barockgeigen bekommen.

Wir haben diesmal drei Unterstützer. Jeder hat eine neue Barockgeige bei Herrn Taniguchi, Geigenbauer und Bratschist von unserem Ensemble, bestellt, damit die Mitglieder vom Ensemble, die nur moderne Geige aber keine Barockgeige haben, auch Barockgeige probieren, üben und im Konzert spielen können.

Gestern Abend hat eine Widmungszeremonie der Barockgeigen in einer Kirche stattgefunden.
Zuerst hat Herr Taniguchi erklärt, wie er die Geigen besonders gemacht hat und worin der Unterschied zwischen Barock- und moderne Geige liegt.
Danach Probespiel. Zuerst hat ein Geiger die drei Geigen abwechselnd gespielt. Keine haben gleiche Töne, obwohl alle vom gleichen Geigenbauer mit gleichen Sorten Holz und auf gleiche Weise gebaut worden sind. Sehr interessant.

Mit den neuen Barockgeigen und anderen Saiteninstrumenten wird ein Stück von J.S. Bach gespielt. Da einige Mitspieler schon Musikinstrumente von Taniguchi-san haben, gab es insgesamt fünf Barockgeigen und eine Barockbratsche von Taniguchi-san. Man kann sich gut vorstellen, dass der Klang sehr harmohisch war, oder? Ich glaube, es ist sehr selten, dass es in einem Ensemble so viele Musikinstrumente von einem bestimmten Geigenbauer gibt.

Die neuen Geigen würden den Klang unseres Ensembles ändern. Ich bin überzeugt, dass unsere Musik in eine höhere Phase treten wird.

8. Oktober 2008

Izakaya mit meinen Kollegen

Ich hatte einen Termin mit meinen Kollegen in Hanzomon. Ein Illustrator, der mit uns arbeiten wird, kam zum Gespräch aus Osaka (4 Stunden Fahrt!). Er hat gesagt, er kam nur einmal nach Tokio, als er ganz klein war. Ich war noch niemals in Osaka! Er hat uns einen Kuchen , Reiskräcker und die Reis-Spezialität von Osaka, die nicht in Tokio verkauft werden, mitgebracht. Sehr nett! Nachdem wir im Büro über ein Projekt gesprochen haben, sind wir trinken gegangen.


Die Izakaya, in der wir getrunken und gegessen haben, bietet gute Meeresfrüchte und Sake an. Alle Gäste bekommen getrocknete Fische als Vorspeise und braten sie selbst auf einem kleinen Holzkohle-Herd auf dem Tisch. Es war sehr lustig und hat sehr gut gerochen. Natürlich sehr gut geschmeckt.


Das war auch lustig, dass eine Kellnerin mit einem Holzeimer mit rohen Fischen, Pilz und Bratspießen kam und uns gefragt hat, was wir essen wollten. Wir haben fast alles bestellt. Außerdem haben wir Sashimi, rohes Hühnerfleisch mit einem rohen Ei, rohe Hühnerleber und natürlich Sake bestellt. Jemand hat gesagt, roh essen ist gesund.




Der Illustrator war ein bisschen betrunken aber hat für uns gezeichtet. Seine Illustration ist etwas locker und sehr lustig. Ich freue mich auf die Arbeit mit ihm!

6. Oktober 2008

Spitzenmusiker aus Wien

Ich wurde von meinen Bekannten zu einem Salonkonzert in einem Altenheim eingeladen. Dort wohnt ihre Mutter. Sie haben gesagt, das Altenheim veranstaltet seit sieben Jahren ein Salonkonzert mit jetzigen und ehemaligen Mitgliedern vom Wiener Philharmoniker. Wiener Philharmoniker in einem japanischen Altenheim? Echt? Ja, diesmal ist ein Trio (Geige, Cello, Klavier) gekommen.

Das Altenheim war super luxuriös. Ein riesiger Garten, eine prächtige Halle mit hoher Decke und eine große Speisehalle wie ein Hotel. Ich habe gehört, dort wohnen z.B. Ex-Schauspieler und Millionär. Ich habe gut verstanden, warum das Altenheim ein solches Luxuskonzert schafft.

Die Mitglieder vom Trio waren der ehemalige Konzertmeister vom Wiener Philharmoniker Daniel Gaede, der Cellist vom Wiener Philharmoniker Raphael Flieder und der italienische Pianist Marino Formanti. Sie haben bekannte Stücke wie Fritz Kreislers Liebesfreud oder Astor Piazzollas Werke gespielt. Ich hörte Ihnen konzentriert zu. Ach, wenn ich mit so sanften Tönen wie sie spielen können hätte! Ich muss gestehen, dass ich sehr faul bin und in diesen Monaten gar nicht Geige geübt habe!



Am Abend bin ich in ein Knoblauch-Restaurant in Shinjuku gegangen. Fast alle Speise sind mit Knoblauch! Und es ist im Restaurant mit Knoblauch eingerichtet. Ich habe Bibimbap (koreanisches Reisgericht im heißen Steintopf) mit Meeresfrüchten bestellt. Scharf und lecker! Vielleicht zu scharf für Europäer?

5. Oktober 2008

Wie viel Schreine/Tempel in Japan?

Ich hatte früher fast kein Interesse an japanischen Schreinen, Tempeln oder historischen Gebäuden, obwohl ich typisch japanisches Muster und Design sehr mag. Erst nach dem ich in Italien und Deutschland gewohnt habe, interessiere ich mich auch für die japanische Architektur. Jetzt bin ich aufmerksamer auf Schreine und Tempel, obwohl ich früher an ihnen vorbeigegangen bin ohne sie zu bemerken.


Als ich mich mit Melli im Ueno-Park getroffen habe, sind wir am Eingang eines Schreins vorbeigekommen. Sie hat schon früher den Schrein besucht, aber ich wusste sogar nicht, dass es dort einen Schrein gibt, obwohl ich mehrmals im Park war (der Park ist sehr groß!).

Melli war so nett, mit mir hinein zu gehen. Das war ein (früher) prächtiger Schrein mit goldenen Säulen und Wänden (jetzt halb abblättert), Wandgemälden von heiligen Tieren oder Pflanzen und Statuen von Shogun in der Edo-Zeit.

Leider darf man drinnen kein Foto machen... Draußen habe ich mit dem Handy (mein Digitalkamera vergessen) kleine Fotos gemacht.



Als ich vor kurzem mit dem Fahrrad in der Nähe von zu Hause gefahren bin, kam ich an einem Schrein vorbei, den ich früher gar nicht gemerkt habe. Außerdem habe ich ziemlich viele Schreine und Tempel in der Nähe gefunden. Auch mehrere Mini-Schreine in Privatgärten. Ich habe gewundert, warum habe ich sie bisher gar nicht gemerkt?

Ich war auch überrascht, dass die Schrein- und Tempelgelände sehr sauber und gut gepflegt sind. Als Kind wohnte ich in der Nähe von einem Schrein mit vier Steinstatuen von Füchsen, die mit Abura-age (frittierter Tofu) gefüttert wurden. Meiner Erinnerung nach sah das Schreingelände verlassen aus und es war auch am Tag düster und öde. Ich hatte Angst vor dem Schrein und habe fast nie dort gespielt. Aber ich hatte Angst weder vor Göttern noch Steinfüchsen oder bösen Geisten, sondern große Angst vor "warui ojisan (böser Mann)", der manchmal in den Schrein kam, um kleinen Mädchen "etwas böses" zu machen (so sagte man). Meine Mutter sagte "Es ist immer Menschen, wer etwas böses tun. Nicht böse Geiste". Stimmt!

Zur Frage "Wie viel Schreine/Tempel in Japan?"
Nach Statistik beim Amt für Kunst und Kultur sei die Zehl;

ca. 85.000 Schreine des Shintoismus
ca. 75.000 Tempel des Buddhismus

Aber das ist nur die Zahl von registrierten Schreinen/Tempeln. Es gäbe noch viel mehr z.B. wie Mini-Schreine.

Zum anderen Thema, herbstlicher Genuss!

Gestern habe ich Kastanienreis gekocht. Das ist hier in Japan das typische Gericht im Herbst. Zu herstlichen Genüssen in Japan zählt man auch Matsutake-Pilz wie Pfifferling in Deutschland. Aber Matsutake-Pilz aus Japan ist zu teuer und hier findet man keinen Pfifferling im Supermarkt! Schade...