28. April 2008

Uniform

Mein dreijähriger Neffe geht seit dem Anfang April zum Kindergarten. Seine Kindergartenuniform ist so schick, dass nicht nur meine Schwester sondern auch mein Neffe sie total mögen. Ich hätte auch in meiner Kindheit eine solche Uniform gern getragen!

Meine Schwester sagt, viele japanische Kindergärten haben heutzutage schöne Uniformen, um immer mehr Eltern zu bezaubern und möglichst viele Kinder heranzuziehen. Mehrere Kindergärten lassen berühmte Deseigner wie Yuki Torii die Uniformen designieren. Erstaunlich!

Als ich Kind war, trug ich einen hellblauen Kittel und ein gelbes Hut. Das ist die typischste Uniform eines Kindergartens in ganz Japan. Die Kombination vom Hellbrau und Gelb erinnert wahrscheinlich viele Japaner an ihrer Kindheit. Es gibt natürlich noch solche "klassische" Kindergartenuniformen, aber heutzutage sind sie viel verschiedenartiger geworden. Das trifft auch auf die Schuluniformen zu.

Ich hatte in der Junior-High-School und High-School Uniformen, aber damals habe ich sie gehasst, weil sie gar nicht hübsch waren. Sie waren die normale schlichte dunkelblaue Matrosenanzüge (ich hatte immer den "Stereotyp"...). Außerdem mochte ich sie nicht, weil ich fühlte, ich wurde dazu gezwungen. Erst nach dem Schulabschluss habe ich sie ein bisschen vermisst.

Es ist gerade in der "golden week" in Japan. Wir haben vom Ende April bis zum Anfang Mai vier nationale Feiertage, nämlich der Tag der Showa-Zeit (29.4.), der Verfassungsgedenktag (3.5.), der Tag des Grüns (4.5.), der Tag des Kindes (5.5).
Dieses Jahr ist der 6.5. ein ersatzweiser Feiertag, deshalb haben Japaner vier aufeinander folgende Feiertage.

Traditionellerweise wird am Tag des Kindes das traditionelle "Tango no Sekku (Knabenfest)" von japanischer Femilien mit Kindern gefeiert. Ich könnte wahrscheinlich später die traditionelle Karpfen-Fahnen für das Knabenfest hier auf dem Blog zeigen, wenn ich sie irgendwo finden könnte. Das Problem ist, heutzutage hissen nur wenige Femilie die Karpfen-Fahnen.

Kommentare:

Mandy hat gesagt…

Ich finde das ja immer sehr interessant mit den Schul/Kindergartenuniformen... Als ich auf die Oberschule kam, wurden wir zu Uniformen befragt. 45% der Schüler hätten gerne eine gehabt. Doch bis heute ist noch immer nicht üblich, dass Uniformen getragen werden. Ich beziehe das auf den historischen Hintergrund unserer Kultur *seufz*

Franzi hat gesagt…

An einer Schule hier in Essen an der ich einmal ein Projekt betreut habe gab es eine Aktion, bei der den Schülern freigestellt wurde eine Schuluniform zu tragen. Es bestand also keine Pflicht. Es gab bei der Uniform auch verschiedene Kombinationsmöglichkeiten von Blazern, Röcken, Westen, Hosen etc. Über 90% der Schüler tragen sie freiwillig !!! Wenn ich mich recht entsinne sind an dieser Schule auch Mobbingfälle und ähnliche Tätigkeiten seit dieser Aktion zurückgegangen. Ich fände es gut Schülern und Kindergartenkindern dies freizustellen. Außerdem muss ich wirklich zugeben dass der kleine in seiner Uniform unheimlich niedlich ausschaut ^.^

sayaka hat gesagt…

Hi Mandy,

manche Japaner mögen, gleich wie andere Laute zu sein oder zu tun. Deswegen werden die Uniformen (nicht nur von Kindergärten und Schulen, sondern auch Arbeitsplätzen wie Banken) allgemein akzeptiert. Ich bin neugierig, warum 45% der Schüler bei euch sich die Einführung einer Schuluniform positiv gedacht haben. Vielleicht ist der Grund ganz anders vom Denken von (die Mittelmäßigkeit vorziehenden) Japanern gewesen.

sayaka hat gesagt…

Hallo Franzi,

es ist sehr gut, wenn das nicht obligatorisch ist. Es muss so sein! Bei manchen japanischen Schulen gibt es auch verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, aber leider an meinen Schulen nur eine bestimmte Sommeruniform und Winteruniform. Ich hatte kein Glück...
Es ist eine interessante Wirkung, dass Mobbingfälle zurückgegangen sind! Jemand sollte danach ernsthaft forschen.

Mandy hat gesagt…

Es ist ein wenig so, wie Franzi es sagte: Die Schüler erhofften sich dadurch eine Gleichstellung, da es ja gerade in der Pubertät zu Ausschlüssen wegen der Kleidung kommt. Wir erhofften uns dadurch anders von den anderen wahrgenommen zu werden, sprich, dass hinter "die Fassade" geschaut wird und nicht nur auf das, was man materiell zu bieten hat!

sayaka hat gesagt…

Ach, das ist interessant.
Die Erscheinungen der Ausschlüsse oder Mobbingfälle scheinen nicht viel anders als in Japan. Ich denke aber, deutsche Schüler sind geistig erwachsener, da sie das Innere für wichtiger halten können. Japanische Schüler möchten normalerweise durch das Aussehen (meistens Kleidung) ihre Persönlichkeit zeigen... Allerdings muss diese Persönlichkeit nicht viel anders als die Persönlichkeit von den Freunden sein, sonst wird man von ihnen gequält oder ignoriert. Komplizierter und widerspruchsvoller Charakter, oder?

sayaka hat gesagt…

Noch dazu;
Für manche japanische Frauen sind Louis-Vuitton-Taschen vielleicht wie "Uniformen". Sie tragen sie eher weil viele Freundinnen sie tragen, als weil die Taschen Qualitätsprodukte sind. Sie schämen sich, wenn nur sie im Freundeskreis keine Louis-Vuitton-Taschen oder andere Markenartikel haben. (Ich meine aber nicht, dass das bei allen Japanern stimmt. Ich bin auch die Ausnahme^^)